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Enorm gesteigerte Lebensqualität
07 20

Enorm gesteigerte Lebensqualität

Zusätzlicher Freiraum in Form eines nachträglich angebauten Balkons hat durch die Corona-Krise an Wertschätzung noch einmal zugenommen.

Die Nachfrage nach Balkonnachrüstung bei Bestandsobjekten ist nicht nur ungebrochen, sondern gegenüber den letzten Jahren noch weiter gestiegen. „Zum einen bei Privatkunden – wohl weil aufgrund der derzeit unsicheren Verhältnisse, was Urlaubsmöglichkeiten betrifft, noch mehr in die Wohnqualität zu Hause investiert wird“, sagt Emanuel Hutter, Produktmanager bei Leeb Balkone GmbH. Aber auch bei Hausverwaltungen und Genossenschaften sei die entsprechende Nachfrage aktuell weiter gestiegen, weil durch den Lockdown der Bedarf der Eigentümer und Mieter noch intensiver an die Verwalter herangetragen werde.

Statik muss passen

Natürlich muss ein Bestandsgebäude gewisse Voraussetzungen erfüllen, um es mit Balkon nachrüsten zu können. So muss bei freitragenden Balkonen, die an das Gebäude angehängt werden, hinsichtlich Statik berücksichtigt werden, wie viel zusätzliche Last das Gebäude aufnehmen kann. „Daher ist die von uns bevorzugte und auch wirtschaftlichste Variante ein komplett vorgestellter Balkon auf vier Säulen, was keine speziellen Voraussetzungen des Bestandsgebäude erfordert“, so Hutter. „Wo es möglich ist, ist es also sowohl von den Kosten als auch hinsichtlich der Anforderungen an die Statik ungleich einfacher, den Balkon aufzuständern.“ Dementsprechend sei diese Variante in 9 von 10 Fällen auch die Wahl der Kunden.

Hinsichtlich der Balkongröße, die der Kunde haben möchte, gilt es natürlich abzuklären, in wie weit dieser Wunsch auch umsetzbar ist bzw. in welchem Rahmen man sich hinsichtlich Abstandsflächen zum Nachbarn und Belichtungsnachweisen für die Wohnung darunter bewegen kann. Hutter: „Es hängt natürlich auch vom Gebäude ab – bei einem Einzelbalkon, der im 3. Stock realisiert werden soll, sind die Anforderungen entsprechend höher als bei einem Mehrfamiliengebäude, wo mehrere übereinander liegende Parteien gemeinsam Balkone realisieren wollen. Bei unseren Kunden der Wohnungswirtschaft wird der Bedarf erhoben und gemeinsam ein Plan für die Umsetzung der Balkone erarbeitet. Dieses Vorgehen bewährt sich in der Praxis, da es so möglich ist, Bedarf und unser Portfolio zu einer wirtschaftlichen Lösung zu bringen.“

Stärkere Einigkeit von Eigentümergemeinschaften

Möglich seien bei aufgehängten Balkonen Größen um die 8 Quadratmeter, bei Balkonen auf vier Säulen könnten bis zu 15 Quadratmeter realisiert werden. „Mit mehr Säulen lassen sich auch Terrassen mit 28 - 30 Quadratmetern bauen“, ergänzt der Leeb-Produktmanager. Wobei man jetzt infolge der Corona-Krise und der damit verbundenen Quarantäne-Situationen merke, dass die Nachfrage gegenüber dem letzten Jahr dahin gehe, die Balkone um 20 Prozent größer realisieren zu wollen, sprich: „Betrug der nachgefragte Standardbalkon voriges Jahr um die 8 Quadratmeter, sind das bei den Balkonen, die derzeit in Planung sind, schon um die 10 Quadratmeter. Man merkt, dass die Wertschätzung des Freiraums durch die derzeitige Corona-Krise noch einmal zugenommen hat.“

Erwähnenswert ist für Hutter in dem aktuellen Kontext auch, dass die bisherige Problematik der oft sehr unterschiedlichen Interessenslagen bei Eigentümergemeinschaften sich verbessert beziehungsweise sich dahin gehend geändert habe, dass in sehr vielen Eigentümergemeinschaften jetzt alle auf einer Seite seien. Das habe auch dazu geführt, „dass Balkonprojekte, die zwei drei Jahre in der Planungsphase verharrten, jetzt kurzfristig in die Umsetzung kamen, eben weil jene Eigentümer, die vorher nicht unbedingt dafür waren, jetzt doch die Dringlichkeit oder auch ihr eigenes Bedürfnis klarer gesehen haben.“

Einzelbalkone teurer

Hinsichtlich der Kosten für eine Balkonnachrüstung sind Einzelbalkone in Relation natürlich um einiges teurer als Balkone für eine große Wohnanlage. Hutter: „Die Spanne reicht hier von Balkonen ab 800 Euro bis zu 1.400 Euro auf den Quadratmeter – jeweils rein für die Balkonleistung. Es kommen dann noch die Nebengewerke dazu.“

Aktuell sei der Balkonanbau jedenfalls ein noch wichtigeres Thema geworden, stellt Hutter fest – umso wichtiger sei es, dass Hausverwaltungen einen kompetenten Partner hätten, der die Balkone gemeinsam mit ihnen realisiere, zumal es hier auch um sehr heikle Fragen wie zur Grundstatik der Balkone gehe, auch ob die Bauteile bautechnisch zugelassen seien und ob die Brüstung alle Anforderungen an eine Absturzsicherung erfülle. „Daher lehnen wir als Firma Leeb der Ehrlichkeit und der Verantwortung halber dann auch Projekte ab, wenn wir zum Beispiel sehen, dass eine Umsetzung statisch problematisch ist und der Hausverwalter sich damit keinen Gefallen tun würde, da er ja dafür haftbar ist.“

Man hole auch Kundenmeinungen ein, und da, so Hutter, sei der einhellige Tenor, „dass Parteien, die keinen oder nur einen kleinen Balkon hatten und sich einen oder einen größeren haben anbauen lassen, es sich gar nicht mehr vorstellen können, wie es vorher war, ohne diesen dazugewonnenen Freiraum – dass sich also die Lebensqualität der Bewohner enorm gesteigert hat.“ Und natürlich erfahre eine Immobilie durch den Balkonanbau auch eine Wertsteigerung. Die Mieterfluktuation sei bei Wohnungen mit Balkon einerseits nachweislich geringer als ohne Balkon, andererseits sei eine solche Wohnung schneller und teurer vermietbar. „Dementsprechend ist ein Balkonanbau auch ein sehr gefragtes Produkt bei Personen, welche eine Wohnung nicht selbst nutzen, sondern vermieten.“

Für Sie gelesen in der OIZ.

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