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Ende des Booms beim geförderten Wohnbau
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Ende des Booms beim geförderten Wohnbau

Der geförderte Wohnbau ist 2021 drastisch eingebrochen. Steigende Baukosten und unberechenbare Energiepreise sind daran Mitschuld.

Um 22 Prozent verringerte sich die Zahl der geförderten Wohneinheiten im Jahr 2021, geht aus der aktuellen Wohnbauförderungs- und Baubewilligungsstatistik des Fachverbands der Stein- und keramischen Industrie und des Instituts für Immobilien, Bauen und Wohnen (IIBW) hervor. „Der Neubauboom geht zu Ende“, sagt Studienautor und IIBW-Geschäftsführer Wolgang Amann.

Die Ausgaben für die Wohnbauförderung rutschten im Vorjahr unter die Zwei-Milliarden-Marke auf nur noch 1,91 Milliarden Euro – ein Minus von 6 Prozent im Vergleich zum Jahr davor und „das tiefste Niveau seit 30 Jahren“, heißt es in der Statistik. Sie lagen damit auch um 17 Prozent unter dem zehnjährigen Durchschnitt. „Erstmals seit vielen Jahren gab es 2021 sowohl bei den Baubewilligungen als auch bei den ausgeschütteten Fördermitteln und den geförderten Wohneinheiten gleichzeitig massive Rückgänge“, betonte der Obmann des Fachverbands der Stein- und keramischen Industrie, Robert Schmid. 

Gedämpfte Nachfrage

„Die steigenden Baukosten aufgrund zunehmender Energiepreise und neugeordneter Lieferketten trugen dazu bei, dass immer seltener Fixpreisangebote abgegeben werden konnten“, erklärte Schmid. Diese Variabilität habe natürlich die Nachfrage gedämpft. Während 2020 den Angaben zufolge noch 78.000 Wohneinheiten baubewilligt worden waren, seien es 2021 nur mehr 73.000 Einheiten gewesen.

Weniger Bewilligungen erwartet

Für das laufende Jahr wird ein weiterer Rückgang auf 62.000 Baubewilligungen erwartet. Bezogen auf die Einwohnerzahl hatten Vorarlberg (8,3) und Tirol (7,2) überdurchschnittliche Neubauvolumina. In Wien ist die Neubauleistung den Angaben zufolge besonders volatil und ging 2021 – nach einem Wert von 9,1 im Jahr 2020 – auf den österreichischen Durchschnitt zurück. Positiv entwickelte sich im Vorjahr allerdings die Sanierungsförderung von Eigenheimen und Geschosswohnungen, sie erhöhte sich um 20 Prozent auf 72.000 Einheiten. 

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